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Dinge mit eigenen Augen anschauen, um ihre Scheußlichkeit zu verstehen...

Schülerbericht über den Besuch der Klasse 10-1 in der Gedenkstätte zum Konzentrationslager Bergen-Belsen

(Lea Bartling) Wir, die 10-1 des Campe Gymnasiums, beschäftigen uns zurzeit im Geschichtsunterricht mit dem Dritten Reich und den schrecklichen Taten der Nationalsozialisten. Diese Themen haben uns alle sehr schockiert, traurig und nachdenklich gestimmt, doch es war schwierig sich die wirklichen Ausmaße der Taten nur durch das Geschichtsbuch vorzustellen. Auch für Herrn Wellmann war es nicht einfach, uns wirklich vor Augen zu führen, welche furchtbaren Dinge von 1939-1945 in der Welt und vor allem in Deutschland, mit den vielen Arbeits- und Konzentrationslagern, passiert sind und wie viele Menschen aufgrund des Größenwahns und des Ausländerhasses der Nazis ihr Leben lassen mussten. Deswegen kam er eines Tages mit der Nachricht in unseren Klassenraum, dass er sich erkundigt habe, ob es noch einen freien Termin für eine Führung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen gäbe, und siehe einer an, er erwischte den allerletzten freien Termin. Wir freuten uns alle sehr, als er uns davon erzählte, und stimmten sofort einstimmig dafür, diesen Termin wahrzunehmen. Auf der einen Seite glücklich darüber, noch so kurzfristig eine Chance zu bekommen, das, wovon wir bisher nur in der Theorie hörten und lasen, uns nun einmal durch Zeitzeugengeschichten, Filme oder das Gelände an sich zu Herzen nehmen zu können, auf der anderen Seite aber auch aufgeregt, gespannt und ein klein bisschen bedrückt, da wir nicht genau wussten, was auf uns zu kommt und wieviel es noch von dem schrecklichen Ort zu sehen gibt.

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Am Freitag, dem 4. Mai war es dann soweit. Morgens um 8.00 Uhr fuhr unser Doppeldeckerbus, den wir glücklicherweise von der Firma Risse bekommen hatten, los in Richtung Lüneburger Heide, Richtung Gedenkstätte Bergen-Belsen. Die Ruhe im Bus ließ einerseits auf die Müdigkeit einiger von uns deuten, aber auf der anderen Seite auch auf die Unsicherheit, die einige von uns bedrückte, da wir ja nicht wussten, ob uns das, was wir sehen würden, nahe gehen wird oder was uns dort überhaupt erwartet. Wir wussten nur, dass dies auf jeden Fall ein Ausflug anderer Art wird als unser letzter, von Spaß geprägter, zum Godelheimer See.

Nach zweieinhalb Stunden erreichten wir dann das Ziel und ein netter, etwas älterer Mann, unser Führer, der uns von den schrecklichen Ereignissen ,die an diesem Ort stattgefunden haben, berichten sollte, stieg uns zu, wir hatten ja schließlich genug Platz in unserem Doppeldecker. Mit ihm zusammen fuhren wir nun an den kilometerlangen Grenzen des Arbeitslagergebiets vorbei. Uns erschreckte besonders das große Ausmaß des Lagers, wir konnten den Größenwahn der Nazis mit den eigenen Augen sehen. Es ging in die Stadt Bergen zur dort nach dem Krieg gebauten Sühne-Kirche, die, wie wir gelernt haben, eine Gedenkkirche ist und einige Details besitzt, die an Bergen Belsen und die zahlreichen Toten, die das Verhalten der Nazis forderte, erinnern soll. Unser Guide konnte uns besonders durch Geschichten von Zeitzeugen darüber nachdenken lassen, was damals tatsächlich alles passiert ist und vor allem in welchem Ausmaß.

Dann ging es weiter mit dem Bus zu dem Bahnhof, an dem die Juden und Kriegsgefangenen mit den Zügen angekommen sind, die dann in das Arbeitslager gekommen sind und dort häufig an Unterernährung und der harten Arbeit, zu der sie in ihrem Zustand gar nicht mehr fähig waren, gestorben sind. Heute gibt es dort nur noch die Gleise und einen Zugwaggon zu sehen. Auf dem Boden dieses Waggons ist aufgezeichnet, wieviel Platz die Insassen damals gehabt haben. Einige von uns haben sich getraut, in den Waggon reinzugehen um das Gefühl nachvollziehen zu können. Als sie wieder herauskamen, waren alle schockiert davon, unter was für unmenschlichen Voraussetzungen die Menschen transportiert wurden. Es stellte sich sogar heraus, dass diese Waggons eigentlich dafür da waren, Tiere zu transportieren…

Nun ging es für uns alle zurück zur eigentlichen Gedenkstätte Bergen-Belsen, genau den kilometerlangen Weg entlang, den die Häftlinge damals zu Fuß zurück legen mussten. Angekommen ging es für uns nach einer kurzen Mittagspause in die Ausstellung der Gedenkstätte. Von Ausstellungsstücken über Zeitzeugeninterviews bis hin zu einem Filmraum mit Originalaufnahmen von Situationen im Lager gab es alles, um uns die erschreckende Geschichte des Ortes nahe zu bringen und vor Augen zu führen. Besonders der Filmraum prägte die meisten von uns unheimlich, da man dort gesehen hat, wie heruntergekommen die Menschen waren , aber trotzdem noch ausgebeutet wurden. Wie viel Erkenntnis diese Filme bei uns geweckt haben ist unfassbar. Als allerletztes haben wir uns dann auf den Weg zu den Massengräbern der Verstorbenen und dem Grab von Anne Frank gemacht. Spätestens da ist dann allen klar gewesen, was für einen Faktor der Holocaust hatte und wieviel unbeteiligte Menschen ihr Leben lassen mussten, nur für die Ideologie Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten.

Alles in allem lässt sich von unserer Seite aus sagen, dass uns dieser Ausflug unglaublich geholfen hat, die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs zu verstehen. Uns wurde wieder einmal gezeigt, dass man sich manche Dinge mit eigenen Augen anschauen muss, um ihr scheußliches Ausmaß überhaupt verinnerlichen zu können.

Letzte Änderung durch KOE (Administrator), 10.05.2018.

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