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Vertretungsplan

 

Sankt Petersburger Gäste zu Besuch bei Campe - Schülern

 

Ein Bericht von Hansi Jäger und Michael Haas

 

Schon zum zweiten Mal in diesem Kalenderjahr waren Schüler des Campe-Gymnasiums Gastgeber für russische Schüler. Im August kamen elf Schülerinnen und Schüler von der Schule 700 aus Sankt Petersburg , sie verbrachten gemeinsam mit den gastgebenden Schülerinnen und Schülern eine abwechslungsreiche Woche.

Gleich zu Beginn war großes Durcheinander, weil eine russische Schülerin auf dem Flug von Paris nach Hannover ihren Reisepass und alle anderen wichtigen Dokumente verloren hatte. Das Problem konnte durch Ersatzpapiere des russischen Konsulats in Hamburg und Ausreisepapiere vom Landkreis Holzminden gelöst werden.

Die ersten drei Tage des Aufenthalts stand eine Reise nach Flensburg auf dem Programm. Dort in der Jugendbegegnungsstätte Scheersberg wurde gleich nach Ankunft am Nachmittag am Projekt der Begegnung gearbeitet. Das Thema diesmal war Mode/Kostüme im Wandel der Zeiten, unter besonderer Berücksichtigung der Anwendung der erworbenen Kenntnisse für Schultheateraufführungen. Es gab Modebeispiele aus der Romanik über das Barock bis zur Renaissance. Nach einer kurzweiligen Einführung mit Bildern, praktischen Kostümbeispielen zum Anfassen und Bezügen zu typischen Personen der jeweiligen Zeit, entwarfen die Schüler in gemischten Gruppen, so dass die Verständigung kein Problem darstellte, ihre eigenen Kostümvorstellungen. Sie mussten sich für eine der dargebotenen Epochen entscheiden und typische Merkmale in ihren Entwürfen erscheinen lassen. Nach dem Abendessen kam dann die Überraschung, statt teurer Stoffe wurden für die Verwirklichung der Entwürfe verschiedenfarbige Plastiktüten verwendet, die mit Klebestreifen „genäht“ wurden. Nach dem ersten Kopfschütteln, erfasste einige Gruppen eine richtige Begeisterung, sie schufen wahre Kunstwerke. Abschließend musste jede Gruppe über folgende Themen berichten: Wie haben wir uns in der Gruppe zusammengefunden? Wie haben wir uns auf einen gemeinsamen Entwurf geeinigt? Welche Probleme traten bei der Durchführung, der Gestaltung der jeweiligen Kostüme auf? Diese Abschlussbesprechung fand in beiden Sprachen statt.

Am Samstag Morgen ging es mit dem Bus nach Schleswig, in Haithabu wurden die Bauten der Wikinger besichtigt und das Museum besucht. Das Wikingermuseum schloss für die deutschen Teilnehmer nochmals an das Thema Archäologie an, das sie mit den Gästen aus Miass im April diesen Jahres bearbeitet hatten.

Am Nachmittag gab es wieder einen Bestandteil der Projektarbeit, in nun wirklichen Stoffkostümen wandelten die Teilnehmer durch das Schloss Gottorf in Schleswig, erfuhren Interessantes über das Schloss und dessen Bewohner. Als krönender Abschluss wurde ein Menuett im großen Ballsaal getanzt. Selbst skeptische junge Herren fanden daran Gefallen.

Foto: Michael Haas, Gruppe beim Kostümschneidern auf dem Scheersberg

Da es abends noch wettermäßig gut aussah, folgten wir einem Vorschlag der Heimleitung, ans Meer zu fahren, trockenes Holz mitzunehmen und eine Feuerstelle, von Deutschen und Dänen gegenüber geduldet, zu nutzen. Das flache Wasser verlockte einige Herren zu einem kühlen Bad.

Der Samstag wird lange in Erinnerung bleiben, da viele Teilnehmer verschiedenste Erfahrungen machen konnten.

Am Sonntag stand dann die Stadt Flensburg mit dem Schifffahrtsmuseum auf dem Programm. Schwerpunkt hier waren der Rum- Zucker- und Sklavenhandel über die dänischen Kolonien in Westindien. Für viele unbekannt, Flensburg und auch das Gebiet auf dem Scheersberg gehörten bis 1864 zum Königreich Dänemark, das neben Grönland im Kolonialzeitalter auch Inseln in der Karibik beherrschte.

Erfreulich, dass in Schleswig-Holstein Schüler keinen oder nur einen sehr geringen Eintritt bezahlen müssen, so konnten wir diverse Museen auf der Reise besuchen.

Am Montag war der Empfang in der Schule, die Blechbläser haben mittlerweile Routine, die russische Nationalhymne zur Begrüßung zu spielen. Auch beim Landkreis wurden die Gäste herzlich empfangen. Eine Stadtführung in Holzminden rundete den Tag ab.

Der folgende Tag, eine Fahrt nach Wolfsburg in die Autostadt stand dann unter dem Thema: Mode und Design in der Autogestaltung. Die Schüler machten Fotos, um die Veränderungen im Aussehen, in den Konsumentenansprüchen zu dokumentieren.

Am Mittwoch gab es verschiedene Punkte anzufahren, morgens gleich in Grünenplan das Glasmachermuseum. Dort führte uns Prof. Dr. Bernd Kraemer durch das Glasmacherhaus und das Museum, das liebevoll die Glasverhüttung im Weserbergland aufbereitet und anhand vieler Originalexponate veranschaulicht.

Das zweite Ziel war Schloss Marienburg. Obwohl die Gäste aus Sankt Petersburg durch die Pracht vieler Bauten in ihrer Heimatstadt „verwöhnt“ sind, waren sie doch fasziniert von dem „Märchenschloss“. Der Schlossführer war übrigens sehr welfisch und schwärmte von den Zeiten, als das Königreich Hannover in Personalunion über Großbritannien herrschte. Hameln schloss sich dann folglich als weiterer Höhepunkt der Region an. Insgesamt ein abwechslungsreicher Tag.

Am letzten Tag der Anwesenheit der Gäste musste morgens wieder hart gearbeitet werden. Es galt eine Präsentation zweisprachig in den verschiedenen Gruppen vorzubereiten und sie dann in der vierten Stunde in der Aula den eingeladenen Klassen - aus denen die Gastgeber kamen - vorzutragen. Neben Fotos und einem Video des Menuetts wurde auch eins der kreierten Kostüme vorgeführt. Es hat die Reise von Flensburg nach Holzminden überstanden und wurde dann verpackt, um zu Hause auch vorgeführt zu werden. Ein Besuch im Wildpark in Neuhaus mit der Adlerflugschau füllte den Nachmittag.

Zum Abschluss fand bei hervorragendem Wetter ein Grillabend auf dem Grillplatz in Heinsen statt. Leider musste dieser recht früh beendet werden, denn am Freitag um 3.00 Uhr ging es mit den Bullies nach Hannover zum Flughafen.

Die gesamte Gruppe möchte sich hier nochmals bei allen Unterstützern und Sponsoren herzlich bedanken. Besonders sei hier die Stiftung für Deutsch-Russsichen Jugendaustausch in Hamburg genannt, aber auch die vielen Helfer in der Region, ohne die ein solch gelungener Austausch in dieser Form nicht stattfinden könnte.

Am 17. September startet die Gastgeberschülergruppe zu einer Reise nach Miass zum Gegenbesuch, die Schüler aus Miass waren im April hier in Holzminden (der TAH berichtete davon). Das Gymnasium No. 26 feiert nämlich im September 50 Jahre Jubiläum und hat das Campe-Gymnasium dazu extra nach Miass eingeladen.

Letzte Änderung durch HAS, 04.09.2016.

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