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Vertretungsplan

Привет Миасс! - Hallo Miass!

Besuch am Campe aus dem Südural

Jetzt, wo die Sommerferien nahen, die Planungen für die beiden weiteren Veranstaltungen im Rahmen des Russlandschüleraustauschs des Campe-Gymnasiums voll im Gange sind, soll nochmals an den gelungenen Aufenthalt der Gäste aus Miass/Südural in Holzminden erinnert werden.
In diesem Jahr veränderte sich schon beim Flug von Moskau nach Hannover etwas. Die Maschine kam verspätet an, da nicht über Land - über Polen - geflogen wurde, sondern über der Ostsee. Erklärungen dazu gab es an Bord nicht. Aber alle russischen Teilnehmer des diesjährigen Austauschs mit dem Gymnasium No 26 in Miass sind glücklich gelandet und wurden in Stadtoldendorf und Holzminden von den schon wartenden Gastfamilien herzlichst willkommen geheißen.
Am ersten Tag in der Schule spielten zur Begrüßung die Blechbläser des Campe-Gymnasiums - fast schon eine Tradition nach den vielen Jahren des gegenseitigen Besuchens. Geschenke der Schulleitungen wurden ausgetauscht, in Begrüßungsreden auf die Wichtigkeit solcher Begegnungen hingewiesen. 
Gleich zu Beginn des Aufenthalts wurde das Projektthema Ur- und Frühgeschichte der Besiedlung Mitteleuropas vom Geschichtslehrer Michael Haas näher erläutert. Die Schüler arbeiteten während des gesamten Aufenthalts in Holzminden und am Wochenende in Weimar daran. Eine Präsentation der Ergebnisse fand in Anwesenheit vieler Campianer in der Aula zwei Tage vor der Heimreise der Gäste statt.
 
 
Projektarbeit mit Dr. Leiber und Frau Mill, Funde aus der Glashütte Grünenplan
 
In Holzminden gab es eine Stadtbesichtigung in englischer Sprache und es fand ein Empfang beim Landkreis durch die Landrätin statt. (Der TAH berichtete darüber.) All das sind schon feste Bestandteile solcher Begegnungen. Am Wochenende fuhr die Gruppe für drei Tage nach Weimar. Trotz nicht gerade guter Aussichten auf Frühlingswetter, strahlte der Himmel bei der Ankunft. In der europäischen Jugendbildungs- und Begegnungsstätte kamen wir in einem der sogenannten Gartenhäuser unter, Goethe lässt grüßen. In Dreibettzimmern mit Bad war es recht angenehm zu wohnen, besser als in mancher Jugendherberge. Nach einem landschaftstypischen Mittagessen - Thüringer Rostbratwurst mit Kartoffelbrei und Sauerkraut - ging es in drei Gruppen auf Erkundungstour durch die Stadt. Die Schüler erhielten Fotos von bestimmten Sehenswürdigkeiten der Stadt, Texte in Russisch und Deutsch dazu mit diversen Aufgaben. Mal sollten Ausschnitte von Denkmälern gefunden werden, mal Aufgaben gelöst werden, wie zum Beispiel: Wie viele Gaststätten und Lokale auf deinem Weg durch die Stadt haben Tiernamen? Natürlich sollten Fotos als Beleg des Auffindens gemacht werden. Zum Abendessen trafen sich alle wieder, um nach der Mahlzeit im sehr gut ausgestatteten Konferenzraum die Ergebnisse der etwas anderen Stadtbesichtigung erläutert zu bekommen.
Am Samstag standen gleich drei Punkte auf dem Programm: morgens nach einem ausgiebigen Frühstück ging die Fahrt nach Memleben durch eine reizvolle Landschaft. Das Maigrün bot den russischen Gästen einen Vorgeschmack auf ihr Frühjahr, welches dort bekanntlich wesentlich später beginnt. In Memleben besuchten wir die alte Kaiserpfalz an der Straße der Romanik. Im Kloster Memleben fand eine Führung zur Sonderausstellung Mittelalter - wenn der Herrscher stirbt statt. Hier ging es um Totenkult und Bestattungsriten zur Zeit der Ottonen. 
In Querfurt auf der Burg das Mittagessen im Fürstenkeller gab einen Eindruck der Räumlichkeiten in früheren Zeiten, ein Mittelaltermarkt mit der Vorführung alter Handwerkstraditionen passte hervorragend zum Thema unseres Projektes.
Die Himmelsscheibe von Nebra (Unesco Weltkulturerbe) war unser Ziel für den Nachmittag. Der imposante Bau an einem Hügel ist beeindruckend, die Führung war aufschlussreich und die bronzezeitliche Darstellung des Himmels, übrigens die älteste in Europa, wurde durch eine Vorführung im Planetarium veranschaulicht.
Am Sonntag legten die Schüler und auch einige der Lehrer aktiv Hand an und schmiedeten im Hof des Museums für Ur- und Frühgeschichte in Weimar unter der sachkundigen Anleitung eines Schmieds Messer, wie sie in Urzeiten ausgesehen haben und heute in Museen zu bestaunen sind.
 
 
Religionsunterricht im Raum der Stille
 
Zurück am Campe, arbeiteten die Schüler an ihrem Bericht sowie Reisetagebuch und besuchten den Unterricht mit ihren gastgebenden Schülern. Besonders gelungen war die Vorstellung des Religionsunterrichtes in Niedersachsen, den der Fachobmann für Religion, Herr Sach, im Raum der Stille am Campe-Gymnasium den russischen Gästen präsentierte. Für den Russischen Schuleiter, Ilja Gerstein, war der Raum der Stille ein Novum, was es in russischen Schulen so nicht gäbe.
In Bevern im Schloss konnten die Schüler sich als echte Archäologen fühlen, sie durften Scherben zusammensetzen, jeder Erfolg wurde bestaunt. Der Kreisarchäologe Dr. Leiber und Elvira Mill vom Geschichtsverein erläuterten alles ausführlich in Deutsch und in Russisch. Danach hatten die Gruppe in Grünenplan noch die Gelegenheit, sich Ausgrabungen der alten Glashütte vor Ort anzuschauen. Natürlich durfte da ein Besuch im Glasmacherhaus, dem Glasmuseum und am Historischen Glasmacherofen nicht fehlen.
Die letzten beiden Tagen galten nach der morgendlichen Präsentation der Projektergebnisse neueren Themen: ein Besuch im Nixdorf Museum (HNF) in Paderborn mit Führung in Russisch und ein Besuch der Autostadt in Wolfsburg rundeten unser Programm ab.
Hier sei nochmals ganz herzlich gedankt für jegliche Art der Unterstützung bei den vielen Menschen, die geholfen haben, diesen Besuch unserer russischen Freunde zu verwirklichen. Besonderer Dank gilt der Stiftung für Deutsch-Russischen Jugendaustausch in Hamburg, die alle drei Veranstaltungen des Kalenderjahres finanziell unterstützt.
Um einen Ausblick auf unsere zukünftigen Veranstaltungen zu geben, hier nun die Daten der nächsten Punkte unseres Schüleraustauschs:
In der zweiten Augusthälfte kommt eine Schülergruppe aus Sankt Petersburg von der Schule No 700 (mitten im Stadtzentrum, auf der Wasilijevski Insel), im September fliegen die Campe-Schüler zum 50. Geburtstag des Gymnasiums No 26 nach Miass, um die Jubiläumsfeiern mitzuerleben.
Für diese beiden Veranstaltungen benötigen wir weiterhin ebenfalls Hilfe und hoffen, dass viele Menschen in der Region die Wichtigkeit sehen, dass junge Menschen sich treffen und kennenlernen und die Schüler deshalb unterstützen.

Letzte Änderung durch HAS, 10.06.2016.

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